Finanzierung

Kostenschätzung

Nach der aktuellen Kostenschätzung unserer Architekten betragen die Gesamtkosten ca. 15 Mio. Euro. Diese setzen sich zusammen aus Kaufpreis, Baukosten und Baunebenkosten. Die maximal vermietbare Fläche nach der Sanierung beträgt circa 7.400 m², aufgeteilt in Wohnflächen (ca. 5.780 m²) und Flächen für Gewerbe und Kultur (980 m² und 650 m²). Die Details unseres Finanzierungsplans stehen in unserem Nutzungskonzept.

Stabile, kostendeckende Mieten

Der große Vorteil des Genossenschaftsprinzips gegenüber einem privaten Investor sind die stabilen, rein kostendeckenden Mieten, die sogenannten „Nutzungentgelte“. Wir, die zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner der Ro70 sind immer gleichzeitig Vermieter (als Genossenschaftsmitglied) und Mieter. Wir bestimmen unsere Miethöhe selbst und machen bei der allgemeinen Preissteigerung im Weimarer Wohnungsmarkt einfach nicht mit.

Geteilte Investitionen

Damit die Genossenschaft das notwendige Darlehen von der Bank erhält, muss auch sie wie andere Kreditnehmer eigenes Kapital nachweisen. Dieses Eigenkapital in Höhe von 20% der Gesamtkosten wird durch sogenannte „Anteile“ zusammengetragen. Das heißt, wir, die Genossenschaftsmitglieder und zukünftigen Bewohner leihen unser privates Geld der Genossenschaft. Mit diesen Einlagen kann die Genossenschaft den weitaus größeren Investitionsbetrag als Bankkredit aufnehmen, welcher 80% der Gesamtkosten deckt. Dieser Bankkredit wird dann über die Einnahmen aus den Nutzungsentgelten der Mitglieder zurückgezahlt.

Höhe der Anteile

Nach dem vorliegenden Finanzierungsplan kostet eine Wohnung von beispielsweise 100 m² anteilig circa 200.000,- €. Daraus ergibt sich bei einem Eigenanteil von 20 % ein erforderlicher Genossenschaftsanteil in Höhe von 40.000,- €. Bei einer kleineren Wohnung von z.B. 50 m² fällt der erforderliche Anteil mit 20.000,- € entsprechend niedriger aus. Wichtig ist die Erkenntnis, dass jeder seine Anteile wieder zurückbekommt, sollte er irgendwann wieder aus der Ro70 ausziehen wollen – aber wer will das schon…

Finanzierung der Anteile

Für jene Menschen, die die für ihrer Wohnung notwendige Genossenschaftsanteile nicht oder nur teilweise aufbringen können, gibt es eine gute Alternative. Die KfW-Förderbank bietet einen zinsgünstigen Kredit zur Finanzierung der Genossenschaftsanteile an. Ihr zahlt eure Anteile dann also in Raten bei der KFW ab und baut dabei auch noch eigenes Vermögen auf. Die bei der Genossenschaft „geparkten“ Anteile bleiben euer Geld. Ihr leiht es nur der Genossenschaft.

Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) ist ein öffentlich-rechtliches Kreditinstitut, das im staatlichen Auftrag Fördermaßnahmen durchführt. Nähere Informationen zur Finanzierung der Genossenschaftsanteile sowie die jeweils aktuellen Konditionen sind unter www.kfw-foerderbank.de im Wohneigentumsprogramm (Programmnummer 134) abrufbar.

Höhe des Nutzungsentgelts (Miete)

In einer Genossenschaft zahlt man keine Miete, sondern ein „Nutzungsentgelt“. Dieses Nutzungsentgelt beträgt für eine Wohnung im Wohnprojekt Ro70 6,50 €/m² kalt. Zusätzlich rechnen wir mit Betriebskosten i.H.v. ca. 2,00 €/m² und Heizkosten / Warmwasser i.H.v. ca. 1,00 €/m² t. Diese Nebenkosten haben wir bewusst großzügig veranschlagt. Günstiger werden darf es natürlich gerne und wir haben es gemeinsam in der Hand, durch Eigeninitiative (z.B. Selbstverwaltung, Übernahme von Hausmeistertätigkeiten etc.) die Bewirtschaftungskosten so gering wie möglich zu halten.

Daraus ergibt sich mit Start der Genossenschaft eine kalkuliertes Nutzungsentgelt von ca. 9,50 €/m² warm. Mit unserem Nutzungsentgelt tragen wir auch das Bankdarlehen ab. Zukünftig werden also unsere Finanzierungskosten sinken und wir dürfen in 20 Jahren darüber entscheiden, ob wir die Entgelte senken oder die freien Mittel für neue Investitionen verwenden wollen. Die Tabelle zeigt auf, wie sich die Finanzierung einer 100 m² Wohnung aktuell aufbaut.

Musterrechnung100qmWohnung